Assessor jur. Detmar Hoeffgen                                

 

An den Ministerpräsidenten  von Rheinland-Pfalz                              18.10.2004

Kurt Beck

Staatskanzlei

55116 Mainz                                                                                                      

Betr.: Ende des Rechtsstaats in Rheinland-Pfalz

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident">

Assessor jur. Detmar Hoeffgen                                

 

An den Ministerpräsidenten  von Rheinland-Pfalz                              18.10.2004

Kurt Beck

Staatskanzlei

55116 Mainz                                                                                                      

Betr.: Ende des Rechtsstaats in Rheinland-Pfalz

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

Sie selbst oder zumindest Ihre Staatskanzlei sind über meinen Kampf um meine Rechte als Bürger eines „Rechtsstaates“ eingehend informiert.

Sie haben meine Schreiben vom 30.4.2001, 9.11.2001 und 7.11.2002 bestätigt. Ihre Staatskanzlei hat diese Beschwerden an das Justizministerium weitergeleitet und geschrieben, ich bekäme von dort Nachricht. Inzwischen wissen Sie, dass dies unzutreffend ist. Der Justizminister Mertin (FDP) antwortet nicht. Auf eine Reaktion meiner Dienstaufsichtsbeschwerde vom 7.1.2004 warte ich (nach Anmahnung vom 3.2.2004 ) bis heute.

Der Stand der Dinge ist, anhand der Akten ohne weiteres überprüfbar, folgender:

1)     Die Staatsanwaltschaft Mainz (Puderbach) lässt 4 (vier) für sie selbst und das Justizministerium höchst unangenehme Strafanzeigen verschwinden. ( Tatvorwürfe sind Strafvereitelung im Amt, Rechtsbeugung sowie Teilnahme daran in verschiedener Form)

2)     Der Generalstaatsanwalt Weise in Koblenz verteidigt im Schreiben vom 5.5.2003 die Handlungsweise des Puderbach.

3)     In der Antwort auf meine dieserhalb eingereichten Petition teilt mir der Bürgerbeauftragte Ulrich Galle ohne Beifügung einer sachlichen Begründung mit, dass der Petitionsausschuss nicht abhelfen könne und im übrigen die Verhaltensweise der Staatsanwaltschaft Mainz (Puderbach) vom Justizminister Mertin gebilligt werde.

Zusammengefasst heißt das, dass in Rheinland Pfalz von höchster zuständiger Stelle, nämlich dem Justizministerium, die Rechtsordnung ausgesetzt wird und Strafvereitelung im Amt und Rechtsbeugung gutgeheißen werden.

Ziel der Verantwortlichen ist es, die gerichtliche Überprüfung der Tatvorwürfe zu verhindern. Eine Beurteilung der Tatvorwürfe durch ein unabhängiges Gericht würde die Verantwortlichen in gewaltige Erklärungsnöte bringen. Es existiert nämlich keine Vorschrift, die das Verschwinden lassen von Strafanzeigen rechtfertigt.

Bei einer Bearbeitung der Strafanzeigen nach Recht und Gesetz würden die Verantwortlichen ohne Zweifel zu Kriminalstrafen verurteilt. Das wird von den o.a. Personen mit allen Mitteln hintertrieben.

Kein Land kann es sich leisten, außerhalb der Rechtsordnung zu stehen, Rheinland-Pfalz tut es.

Der Landtag, der Bundestag und viele Journalisten und Rechtskundige  wissen davon und ihnen allen ist es egal. Das erinnert mich stark an die feige Mehrheit zu Ende der Weimarer Republik.

Alle Bundespräsidenten haben in ihren Reden den „Rechtsstaat“ als wichtigste Errungenschaft in Deutschland nach dem Krieg gepriesen und wurden nicht müde zu mahnen, diese Errungenschaft sorgfältig zu hüten und zu pflegen.

In unserem Rheinland-Pfalz wird dieser Wert verspielt.

Weil Sie alle den hohen Dienstgraden und Besoldungsgruppen solche Handlungsweisen nicht zutrauen, prüfen Sie auch nicht den Wahrheitsgehalt meiner Behauptungen anhand der Akten.

Ich habe den Eindruck, dass Sie, Herr Ministerpräsident,  die außerordentliche Bedeutung des intakten Rechtsstaates für unser Gemeinwesen nicht realisiert haben.

Da ich, wie schon mehrfach ausgeführt, als Opfer staatlicher Willkür höchst ungeeignet bin, werde ich weiter um die Wiederherstellung der Rechtsordnung in Rheinland-Pfalz kämpfen. Wenn Sie sich nicht vorstellen können, wie sich ein Mensch unter staatlicher Willkür fühlt, so fragen Sie Ihren Parteifreund, Bundestagspräsident Thierse danach. Er wird als Bürger der ehemaligen DDR einiges dazu zu sagen haben.

Bis jetzt haben Sie sich der Gesamtverantwortung entzogen. Ihre Ansicht, es handle sich um eine Sache, die ausschließlich in der Verantwortlichkeit des Justizministers Mertin (FDP) liege, so irren Sie sich.

Rechtsstaat ist Verfassungsauftrag, und den haben in erster Linie Sie zu beachten. Sie haben die Verantwortung für Ihr Kabinett. Ich verstehe, dass Sie Ihre SPD/ FDP-Koalition im Land nicht gefährden wollen. Wenn Sie aber dafür die Rechtsstaatlichkeit opfern, zahlen Sie dafür einen viel zu hohen Preis.

Wer zuschaut macht mit. Falls das ein Appell an die Bürger sein soll, vor  Unrecht nicht die Augen zu verschließen, sondern dagegen anzugehen, dann fordere ich Sie jetzt dazu auf.

Ich bin an einer schnellen Lösung interessiert, damit mein jetzt schon beträchtlicher Schaden nicht noch größer wird.

Sie erreichen mich zu jeder christlichen Zeit.

Mit freundlichen Grüßen

Detmar Hoeffgen

Dieses Schreiben wurde nach Angabe der Staatskanzlei an den Justizminister Mertin FDP weitergeleitet.

 

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